Warum mein Gewicht ständig schwankt und das Abnehmen zum echten Kampf wird
- vor 4 Tagen
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"Mein Gewicht schwankt und bleibt einfach nicht unten, egal was ich tue." Diese Worte stammen aus der Erzählung einer Klientin im Erstgespräch in meiner Praxis, die seit Jahren schon gegen den scheinbar unbezwingbaren Kampf mit ihrem Gewicht ein Gefühl des Scheiterns hat. Sie beschreibt, wie erschreckend mühsam dieser Prozess ist und wie sehr sie das emotional belastet. In diesem Beitrag teile ich ihren Erfahrungsbericht und beleuchte die Herausforderungen, die viele Menschen beim Abnehmen erleben.
Dabei geht es nicht nur um Zahlen auf der Waage, sondern um den Alltag, die psychische Belastung und die vielen kleinen Stolpersteine, die den Weg schwer machen.
Gewichtsschwankungen verstehen
Viele Menschen erleben, dass ihr Gewicht von Tag zu Tag oder Woche zu Woche variiert. Diese Schwankungen können auch mehrere Kilogramm betragen und führen oft zu Frust und Verzweiflung. Doch eine gewisse Gewichtsschwankung innerhalb des Monats, vor allem bei Frauen ist normal und haben verschiedene Ursachen:
Wassereinlagerungen für eine bevorstehende Regelblutung (Frauen)
Hormonelle Veränderungen (Menstruationszyklus)
Verdauungsprozesse und unterschiedliche Nahrungsreste im Körper
Muskelaufbau oder -abbau, der sich auf die Waage auswirkt
Das Problem entsteht, wenn diese natürlichen Schwankungen als Rückschlag wahrgenommen werden. Die Waage wird zum Feind, der Fortschritte scheinbar zunichte macht. Genau deshalb empfehle ich in meiner Praxis die Waage in die Ecke zu stellen - sie ist mehr Fluch als Segen!
Der emotionale Kampf beim Abnehmen
Die Klientin beschreibt, wie das ständige Auf und Ab auf der Waage sie emotional belastet - es bereits wie ein Zwang geworden ist, jeden Tag früh draufzugehen. Es entscheidet sogar darüber, ob der Tag gut oder schlecht ist.
Es hängt alles daran auf der Waage eine "niedrigere Zahl" als gestern zu sehen. Sie fühlt sich oft entmutigt und fragt sich, warum ihre Anstrengungen nicht belohnt werden. Dieses Gefühl ist weit verbreitet und kann zu einem Teufelskreis führen:
Motivationsverlust durch ausbleibende sichtbare Erfolge auf der Waage
Selbstzweifel und negative Gedanken über den eigenen Körper
Stress und Frust, die das Essverhalten beeinflussen können (Thema emotionales Essen)
Vermeidung von sozialen Situationen aus Angst vor Bewertung
Diese emotionale Belastung macht das Abnehmen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch zu einer großen Herausforderung.
Praktische Herausforderungen im Alltag
Neben den inneren Kämpfen gibt es viele äußere Faktoren, die das Abnehmen erschweren:
Unregelmäßige Essenszeiten (z.B.: schwierige Arbeitszeiten, wenig Pausen/kurze Mittagspausen usw.)
Verlockungen durch ungesunde Snacks und schnelle Mahlzeiten, die greifbar sind
Mangel an Zeit für Sport oder Bewegung, weil oft ein hoher Standard im Kopf ist - was erreicht werden muss (z.B.: mindestens 30 - 60 min pro Einheit)
Schlafmangel, der den Stoffwechsel negativ beeinflusst
Die Klientin berichtet, wie schwer es ist, trotz dieser Hindernisse konsequent dran zu bleiben. Kleine Rückschläge führen oft zu einem Gefühl des Scheiterns und sie fällt zurück in Ihr "altes" Schema.
Strategien, die helfen können
Trotz aller Herausforderungen gibt es Wege, den Kampf mit dem Gewicht besser zu bewältigen. Hier einige Tipps, die sich in der Praxis bewährt haben:
Das WARUM hinterfragen: Warum habe ich gerade zum Essen gegriffen? Habe ich wirklich Hunger oder ist es etwas anderes, was mich zu essen bringt? Schon alleine diese bewusste Auseinandersetzung kann ein erster wichtiger Schritt sein.
Realistische Ziele setzen: Kleine, erreichbare Etappenziele statt großer Erwartungen - Ich bin ein Fan von MINI-ZIELEN, sodass sie im stressigen Alltag auch noch umsetzbar sind. Ausweiten kann man es ja auch noch später! Das hilft eine gewisse Gewohnheit zu erlangen.
Regelmäßige Mahlzeiten planen: Struktur hilft, Heißhungerattacken zu vermeiden
Bewegung integrieren: Auch kurze Spaziergänge oder Alltagssport zählen, jeder Schritt zählt :-)
Selbstmitgefühl üben: Fehler akzeptieren und sich nicht zu hart bewerten, Veränderung ist nicht linear - eher wie eine Welle und es hilft, dies auch zu akzeptieren und trotzdem dranzubleiben! Worte haben macht und Gedanken beeinflussen unser TUN - ein liebevoller Umgang mit sich selbst wie mit der besten Freundin hilft dabei, positiv zu bleiben und sich selbst damit zu stärken!
Diese Ansätze unterstützen dabei, den Fokus vom reinen Gewicht auf das Wohlbefinden zu verlagern.
Warum Geduld so wichtig ist
Abnehmen ist kein linearer Prozess. Der Körper braucht Zeit, um sich anzupassen. Gewichtsschwankungen gehören dazu und sollten nicht als Misserfolg gewertet werden. Die Klientin hat gelernt, dass es wichtig ist, geduldig mit sich zu sein und den eigenen Fortschritt in kleinen Schritten zu sehen.
Das bedeutet auch, dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten, sondern Teil des Weges sind und wichtige Erfahrungswerte, die auch langfristig helfen können.
Wie sagt die Lehrerin meines Sohnes so schön:
"FEHLER sind HELFER - nur anders geschrieben"
Wer langfristig erfolgreich sein will, muss lernen, diese Schwankungen auszuhalten und sich nicht entmutigen zu lassen.

Fazit: Den Kampf annehmen und neu denken
Der Erfahrungsbericht zeigt, wie komplex das Thema Gewicht und Abnehmen ist. Es geht nicht um Kalorien oder verbrennen mit Sport, sondern um den Umgang mit sich selbst, den eigenen Erwartungen und den Herausforderungen des Alltags. Gewicht schwankt und bleibt oft nicht unten, weil viele Faktoren zusammenspielen - hinter die Kulisse zu schauen, kann helfen, langfristigere Erfolge zu verzeichnen.
Die Klientin hat sich entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen und startet mit dem Programm "Diätfrei essen"!




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