top of page

"Die Bewertung von Lebensmitteln ist das eigentliche Problem"

vor 9 Stunden
3 Min. Lesezeit

In ihrem Zeitungsinterview im Tagesspiegel beschreibt die Gesundheits- und Ernährungspsychologin Ronia Schiftan ein grundlegendes Problem in der heutigen Zeit.



Der Fokus auf NUR GESUND macht in der heutigen Zeit viel Druck und bewirkt, dass Kinder lernen, ihren eigenen Körpersignalen nicht mehr zu vertrauen, sondern kopfmäßig zu entscheiden. Gesund ist gut, ungesund ist schlecht.


"Die Bewertung von Lebensmitteln ist oft die Quelle des Problems. Auf keinen Fall sollten Eltern bestimmte Lebensmittel rationieren und andere anpreisen, also etwa sagen "Das reicht für heute mit Kuchen" oder "Den Nachtisch gibt es erst, wenn du noch etwas von den Möhren isst." sagt Ronia Schiftan.


Kinder essen oft in Phasen und auch von der Portion oft sehr unterschiedlich - davon abhängig, ob sie gerade im Wachstum sind und in welcher Entwicklungsphase sie gerade stecken, wo es evt. einen Mehrbedarf gibt.


Wenn wir aber kopfmäßig eine gewisse Vorgabe habe, werden diese Phasen nicht oder oft nur unzureichend berücksichtigt. Körpersignale werden immer weniger wahrgenommen, es nimmt ab.


So ähnlich wie beim Durstempfinden - wenn du häufiger nicht darauf reagierst, weil du gerade im Stress bist oder eine Arbeit fertigmachen möchtest, merkt der Körper, dass das Signal nicht funktioniert und das Signal wird immer schwächer. Unspezifischere Signale übernehmen wie leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsverlust. Signale, die wir oft nicht mit Durst assoziieren. Der Griff zum Wasser ist hier sehr sinnvoll, denn mit einem Flüssigkeitsmangel kann der Körper nicht lange gut umgehen.


Wir Erwachsenen haben oft die feste Vorstellung, Kinder brauchen von uns dabei Führung - aber genau das Gegenteil ist der Fall: Kinder sind intuitive Esser, (wir alle von Geburt an), wenn man sie auch lässt und können sehr genau steuern, was sie brauchen.


Nur gibt es verschiedene Faktoren, zum Beispiel das ständige Erklären von "gesund & ungesund", das Eingreifen wieviel gegessen werden muss oder das immer wieder darauf hinweisen, dass aufgegessen werden soll.


All diese Faktoren machen die intuitive Regulation immer schwächer und überlagern diese.


"Mit solchen Sätzen sorgen wir aus Versehen für einen umgekehrten Effekt. Viele „gesund“ gewertete Lebensmittel wie Gemüse und Früchte enthalten Bitterstoffe oder viel Säure, die die kindliche Geschmackswahrnehmung noch nicht kennt. Beim ersten Probieren schmecken ihnen diese Lebensmittel meist noch nicht. Denn Kinder kommen mit einer Süßprägung auf die Welt. Süßes Fruchtwasser, Muttermilch – süß ist vertraut, sicher und energiereich. Mit unserer Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ verinnerlichen sie: „Gesund schmeckt nicht – ungesund ist lecker, aber nicht gut.“ Wir bringen Kindern somit bei, dass ihre Intuition falsch ist. Wenn Eltern Süßes rationieren, erreichen sie außerdem das Gegenteil von dem, was sie wollen."


"Menschen wollen rationierte Ressourcen erkämpfen. Werden zu Hause bestimmte Lebensmittel rationiert, kämpfen Kinder logischerweise darum, sobald sie etwas davon bekommen. Sie haben schließlich gelernt, dass diese leckere Ressource nur sehr begrenzt verfügbar ist. Außerdem werten wir mit dem Satz „Du bekommst den Nachtisch erst, wenn du die Möhren gegessen hast“ Essen ab. Die Möhre wird zum notwendigen Übel, um zum wirklich Erstrebenswerten – dem Nachtisch – zu gelangen." sagt Ronia Schiftan.


Geschmack braucht auch ein mehrmaliges Kennenlernen, um sich zu etablieren, d.h. ein Kind braucht ein mehrmaliges Kennenlernen von neuen Lebensmitteln, um entscheiden zu können, ob es ihm schmeckt oder nicht.


Welcher Weg wäre besser?


Wir sollten wertfrei über Lebensmittel sprechen und den Kindern erklären, dass die Vielfalt entscheidend ist, denn jedes Lebensmittel hat unterschiedliche Inhaltsstoffe und der Körper braucht je nach Situation und Phase Unterschiedliche davon. Umso bunter wir essen, umso besser die Versorgung!



Kein Lebensmittel alleine kann alles abdenken, deshalb brauchen sie sich gegenseitig, damit unser Körper gut arbeiten kann!



Umso vielfältiger, umso besser!


Falls du das Gefühl hast, das klappt bei uns zu Hause nicht, dann lass uns reden!


Wir schauen gerne gemeinsam drauf! Buche dir ganz bequem deinen Wunschtermin auf meiner Website:


 
 
 

Kommentare


– Diätologin & Ernährungstherapeutin für intuitives Essen

Als erfahrene Ernährungsberaterin, Genusstrainerin und Begleiterin auf Augenhöhe unterstütze ich Frauen dabei, sich aus der Diätspirale zu befreien und wieder Vertrauen in ihren Körper zu finden – mit achtsamer Ernährungsberatung in Graz oder online, einem ganzheitlichen Blick auf Körper & Seele und alltagstauglichen Impulsen für mehr Genuss, Selbstfürsorge und Wohlbefinden.

+43 670 551 0945

Körösistraße 170, A-8010 Graz

  • Instagram
  • Facebook

© 2026 Sarah Woskowski. Erstellt von verenaratz.at

bottom of page