Warum die Bezeichnungen "gesund / ungesund" nur Druck machen und sogar schaden können ...
Vor kurzem habe ich einen tollen Artikel darüber gelesen, geschrieben von Anna Pannen im Tagesspiegel, im Interview mit Ronia Schifan, Gesundheits- und Ernährungspsychologin aus der Schweiz.
Als ich es gelesen habe, dachte ich mir, "Wahnsinn, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich annehmen können, das ist von mir" ;-). Die Kollegin hat es wunderbar erklärt.
Auf die Frage, dass der Urzeitmensch in uns doch hauptsächlich nach Süßem und Fettigem giere, hat Ronia Schifan erklärt: "Das stimmt so nicht. Gesunde Kinder essen von Geburt an aufgrund innerer Reize: Hunger- und Sättigungsgefühl, Nährstoffbedarf und so weiter. Wenn ein Baby genug gestillt hat, dreht es den Kopf zur Seite. Kleine Kinder essen genau das, was ihr Körper braucht.
Nur wenn wir als Eltern diese Innenreize übersteuern und abtrainieren,
verlieren Kinder den sicheren Körperbezug und beginnen, Essen als ein
von außen gesteuertes Thema anzunehmen: Wann gibt es Essen, was gibt
es, wovon darf ich wie viel nehmen?
Die wichtigen körperlichen Signale werden so immer weniger
wahrgenommen. Kein Kind würde sich nur von Süßigkeiten ernähren,
wenn Essen nicht so ein aufgeladenes Thema wäre. Denn irgendwann
würde der Körper nach anderen Nährstoffen hungern."
Das zeigt sich auch beim Konzept "intuitiv essen", wenn das Thema "schließe Frieden mit deinem Essen" behandelt wird. Hier geht es darum, Lebensmittel neutral zu bewerten und alle gleichwertig zu sehen.
Stell es Dir so vor, als wären alle Lebensmittel in einem Topf und Du bewertest alle gleich. Der Körper benötigt in unterschiedlichen Phasen unterschiedliche Lebensmittel, z.B.: braucht ein Marathon-Läufer reine Zuckergels, um diese hohe Leistung auf die lange Dauer abliefern zu können. Umso mehr wir in Bewegung sind, umso mehr Kohlenhydrate – die erste Energiequelle – braucht unser Körper. Bei leichter körperlicher Tätigkeit benötigen wir moderatere Mengen davon! Genauso steuert der Körper auch in unterschiedlichen Wachstumsphasen zu mehr Eiweiß. Oder wenn gerade eine Phase mit viel Kohlenhydraten und Eiweiß war, kommt der Hunger nach Vitaminen & Mineralstoffen auf, also Obst & Gemüse.
Ein Weglassen einzelner Nährstoffe ist wenig sinnvoll. Wenn mein Körper wenig Ressourcen hat, braucht er oft mehrmals täglich kleinere Mengen, um gut versorgt zu sein. Es gibt unterschiedliche Körper, unterschiedliche Phasen und unterschiedliche Bedürfnisse!
Verbote im Kopf werden nur noch interessanter
Wenn wir „verbotene Lebensmittel“ in unserem Kopf haben, konzentriert sich das Gehirn nur noch mehr darauf. Kennst Du das „denke nicht an einen rosaroten Elefanten“ und was erscheint in deinem Kopf?
Das ist eine Fähigkeit in unserem Gehirn – es erscheint blitzschnell ein Bild. Nur dass ein Verbot „Ich esse in dem Monat der Diät keine Schokolade“ dazu führt, dass der Fokus daraufgesetzt wurde und in dieser Zeit nur noch mehr Verlangen darauf besteht. Unser Gehirn filtert das Wort „nicht“ einfach aus dem Gedächtnis – deshalb versuche deine Ziele oder Veränderungen immer positiv zu formulieren.
Gewöhnung – Vertrautheit und Verfügbarkeit führt zu Gewöhnlichkeit
Verbotene Lebensmittel bleiben für Diäthaltende aufregend, weil diese nicht dem Gewöhnungseffekt unterliegen. Gewöhnung erklärt, was passiert, wenn man wiederholt dem gleichen Reiz ausgesetzt ist – sei es in einer Beziehung, sei es bei der Arbeit oder auch bei Nahrungsmitteln oder bestimmten Mahlzeiten.
Die Neuigkeit nutzt sich ab!
Im Fall von Essen ist Gewöhnung der Grund, warum Reste von Essen mit der Zeit weniger reizvoll sind, auch wenn es sich um Deine Lieblingsspeise handelt. Je häufiger Du das Gleiche isst, desto weniger attraktiv wird es. Es ist dann nur noch Essen.
Es schmeckt noch immer gut, aber es ist keine große Sache mehr! Mehrere Studien haben diesen Gewöhnungseffekt bei verschiedenen Lebensmitteln gezeigt, darunter auch von Pizza, Schokolade oder Chips.
Probiere es gerne mal aus, falls es dir aber Angst macht, nimm dir Unterstützung an deine Seite und gehe in kleinen Schritten vor.

Wenn du dich hier bei mir wohlfühlst, dann buche dir gerne dein Erstgespräch und lass uns reden!
Ich freue mich auf Dich!




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