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Zwischen Kopf und Bauch: Warum Achtsamkeit mehr als nur Wellness ist & bei Reizdarm / Unverträglichkeiten große Veränderungen bewirken können

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Dass Achtsamkeit mehr ist als ein kurzlebiger Lifestyle-Trend, belegt einmal mehr der jüngste WDR-Beitrag über ihren systematischen Einsatz in der Psychotherapie. Klinische Verfahren wie die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie zeigen eindrucksvoll, wie wirkungsvoll die bewusste Hinwendung zum Hier und Jetzt ist.


Doch dieser therapeutische Hebel lässt sich weit über den klinischen Kontext hinaus anwenden – insbesondere dort, wo Psyche und Körper unmittelbar aufeinandertreffen: zum Beispiel bei unserer Ernährung.


Aus analytischer Sicht ist Achtsamkeit die Fähigkeit zur präzisen Selbstbeobachtung ohne gleich abzuwerten. Wer unter chronischen Reizdarmsymptomen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder einem verzerrten Körperbild leidet, befindet sich oft in einer permanenten Alarmbereitschaft.


Das Nervensystem reagiert auf körperliche Signale mit Stress, was wiederum die Magen-Darm-Funktion durch Anspannung im Bauchbereich einschränkt und emotionale Essmuster ebenfalls triggert.


Ein klassischer Teufelskreis, der auch zeigt, dass Essen nur ein Reizfaktor ist, warum Beschwerden entstehen können.


Die Integration therapeutischer Achtsamkeitsprinzipien in das tägliche Essverhalten durchbricht diesen Mechanismus. Ein paar Themen im "Intuitiv Essen" sind im Kern nichts anderes als angewandte Achtsamkeit: das neutrale Registrieren von physischem Hunger, Sättigung und gastrointestinalen Reaktionen, losgelöst von Angst und Schuldgefühlen.


Indem wir lernen, körperliche Empfindungen analytisch wahrzunehmen, statt sie sofort katastrophisierend zu bewerten, beruhigt sich die Darm-Hirn-Achse messbar.


Die wissenschaftliche Etablierung der Achtsamkeit in der Psychotherapie liefert uns somit eine wertvolle Blaupause für den Alltag. Sie erinnert daran, dass nachhaltige Gesundheit weder durch strikte Diätregeln noch durch reflexartige Symptombekämpfung entsteht, sondern durch eine bewusste, unvoreingenommene Verbindung zu den körpereigenen Signalen.


Natürlich braucht es Zeit und etwas Übung, ist aber bei regelmäßigem Einsatz eine sehr effektive Methode! Kleine bewusste Pausen können hier schon sehr viel bewegen - es müssen nicht immer riesen Schritte sein, auch wenn es verlockend klingt, es schnell verändern zu können - es ist ein Verkaufsgag und ein Trugschluss: ALLES BRAUCHT SEINE ZEIT!



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